Vom 06. - 09.07.2020 fanden erste Multiplikator*innenschulungen des Projekts "Kompetenznetzwerk für das Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft" im Rahmen des Programms "Demokratie leben!" statt

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Das erste zweitägige Seminar behandelte das Thema „Medienkompetenzen gegen Fake News und Verschwörungstheorien“. So wurde am ersten Tag zunächst das Thema „Wie beeinflussen Verschwörungstheorien den aktuellen gesellschaftspolitischen Diskurs“ vorgestellt. Der Referent aus der Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz e.V. Marat Trusov führte die Teilnehmenden in das Thema der Verschwörungstheorien ein und erzählte, wie damit umgegangen werden kann. Man näherte sich dem Themenkomplex an und betrachtete es in der historischen Retrospektive und bei der Auswirkung auf die aktuellen gesellschaftspolitischen Entwicklungen.
Im zweiten Teil des ersten Tages berichtete die Referentin Sina Laubenstein, von der „neue Deutsche Medienmacher*innen e.V.“, den Teilnehmenden über die Debattenkultur im Netz, ausgehend von der Leitfrage, wie man mit Hate Speech im Netz umgehen sollte. In diesem Zusammenhang wurden ebenfalls generelle Fragen wie „Was ist Hate Speech?“, „Wer ist davon betroffen?“ oder auch „Warum geht uns Hate Speech alle an?“ erörtert. Nicht zuletzt wurden Gegenrede-Strategien diskutiert und Best Practices aufgezeigt.

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Der zweite Tag wurde von der Referentin Frau Nadire Biskin geprägt. Die freiberufliche Journalistin läutete den Tag mit dem Thema „Post- Truth: Fake News in der Ära der Informationskompetenz“ ein. Dabei ging es darum, wie Fake News entstehen, wie man sie erkennt und warum kritisches Denken in der Ära der Informationskompetenz immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die Inhalte wurden in Form eines Vortrags und der damit verbundenen Diskussion im Kreis der Teilnehmenden vermittelt.
Nach einer kurzen Pause fuhr Frau Biskin mit dem Thema „Fake News: Von der Theorie zur Praxis“ fort. Auch hierbei hatten die Teilnehmenden nach einem kurzen Vortrag der Referentin die Chance, ihre Fragen zu stellen und sich zu wichtigen Themenaspekten zu äußern.

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Am dritten Tag ging es mit dem nächsten zweitägigen Seminar mit dem Titel „Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft: Auf der Suche nach der gemeinsamen Geschichte „weiter. Im ersten Teil gab Moderator Prof. Dr. Denis Hanov eine Einführung in das Thema „Erinnerung als Konfliktpotential und Integrationstool“ mit anschließender Diskussion. Die Teilnehmenden wurden eingeladen, ihre eigenen Erfahrungen und Vorstellungen mitzuteilen und diese in der Runde zu besprechen.
Im Anschluss daran referierte Dr. Maxim Ryabkov zum Thema „Geschichte als Identität: Der Sieg im 2. Weltkrieg und russischsprachige politische Diskurse in Deutschland“. Zusammen mit den Teilnehmenden wurde über die Wahrnehmung der Ergebnisse des 2. Weltkrieges unter den russischsprachigen Migranten* innen diskutiert, um dadurch besser die identitätsstiftende Rolle eines historischen Ereignisses zu verstehen.

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Darauf aufbauend startete der vierte Tag mit dem Vortrag der Referentin Ruth Wunnicke von Gegen Vergessen-Für Demokratie e.V., mit einem Vortrag zum Thema „Gemeinsames Erinnern vor Ort. Erinnern in Vielfalt“. Ausgehend von der Prämisse, dass gemeinsames Erinnern in der Migrationsgesellschaft von der Vielfalt der Erinnerungen lebt und diese mitunter auch zu einer Herausforderung werden kann, z.B., wenn Andere die Geschichte gänzlich anders deuten als ich, stellte sich die Frage: Wie können wir Erinnerung vor Ort so gestalten, dass alle anknüpfen können? Im Workshop wurden mögliche Themen zum gemeinsamen Erinnern erarbeitet und Methoden für die Arbeit vor Ort kennengelernt. Darüber hinaus beschäftigten sich die Teilnehmenden mit dem Aspekt des „Aushalten von Unterschieden beim Erinnern“ sowie mit hilfreichen Kommunikationsmöglichkeiten.
Zum Abschluss des Seminars wurde im zweiten Teil des letzten Tages noch das Thema „Homosexualität als Verfolgungsgrund in einem totalitären Staat am Beispiel von NS-Deutschland und Sowjetunion in den Jahren 1933-1945“ vom Referenten Konstantin Sherstyuk, von Quarteera e.V., in einem ausführlichen Vortrag aufgegriffen und anschließend in einer Diskussion weiter vertieft.

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