Wie sieht Demokratie eigentlich aus, wenn man nicht über sie diskutiert, sondern ihre Stimmen buchstäblich auszählt? Anfang Mai habe ich mich als Wahlhelferin für die Berliner Wahlen angemeldet. Ich wollte schon lange einmal sehen, wie eine Wahl nicht aus der Perspektive der Wähler*innen, sondern von der anderen Seite des Tisches aussieht. Im Juni kam die Rückmeldung vom Bezirkswahlamt Treptow-Köpenick. Es hatten sich so viele Freiwillige gemeldet, dass es in meiner Nähe keine freien Plätze mehr gab. Schließlich wurde ich einem Briefwahlvorstand an der HTW Berlin in Oberschöneweide zugeteilt. Meine offizielle Funktion klang durchaus wichtig: Beisitzerin.
Die fünfteilige Publikationsreihe „Russisch im Kontext. Impulse für den Unterricht“ wurde von der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben. Über viele Jahre wurde Russland in Europa häufig idealisiert wahrgenommen. Traditionelle Kulturvorstellungen und historische Erzählungen überdeckten dabei kritische Aspekte wie machtpolitische Kontinuitäten und autoritäre sowie imperialistische Strukturen. Dadurch wurden politische Entwicklungen lange Zeit nicht ausreichend ernst genommen. Spätestens seit der russischen Vollinvasion in die Ukraine ist klar geworden, dass eine kritische und realistischere Einordnung notwendig ist – auch im Bildungsbereich.
Was, wirklich? Das kann doch nicht wahr sein, denn wir, Russischsprachige, sind von Kindheit an Internationalisten, Freunde von allen unterdrückten Nationen dieser Welt, insbesondere der afrikanischen Staaten. Und trotzdem RassistInnen unter uns? Ich werde verrückt!!!