Aktivierung von Migrant*innen. Neues aus dem Projekt ZEBRA
Mehr als 100 Veranstaltungen, 2.000 Teilnehmende und 390 Personen, die durch Mentoring- und Coachingangebote unterstützt wurden – das ist die Bilanz der ersten neun Monate des Projekts „Zukunft ermöglichen durch bildungsadäquate Beschäftigung und Anerkennung – gestaltet von Migrantischen Selbstorganisationen“ (ZEBRA) im Jahr 2026. Hinter diesen Zahlen stehen konkrete Möglichkeiten für Menschen mit Migrationsgeschichte in Deutschland: das Förderprogramm IQ – Integration durch Qualifizierung kennenzulernen, kostenlose Beratungsangebote zur Anerkennung ausländischer Qualifikationen wahrzunehmen, an Qualifizierungsprojekten teilzunehmen und einen Weg in eine qualifikationsgerechte Beschäftigung zu finden.
Die Teams von drei Migrant*innenorganisationen – dem Bundesverband russischsprachiger Eltern e. V. (BVRE), dem Bundesverband ukrainischstämmiger Familien, Senioren, Frauen und Jugendlichen e. V. (BVUFSFJ) und dem Kultur- und Integrationszentrum PHOENIX Köln e. V. – kommen zu einem gemeinsamen Workshop zusammen. Gemeinsam setzen sie das Projekt ZEBRA im Rahmen des Förderprogramms IQ – Integration durch Qualifizierung um. Aus dem langen Projektnamen ergibt sich die einprägsame Abkürzung ZEBRA. Obwohl die Teams immer wieder betonen, dass sie mit dem Namen nicht das gestreifte Tier, sondern den Übergang in eine qualifikationsgerechte Beschäftigung verbinden, beginnt der Workshop mit einer kleinen Überraschung: Alle Teilnehmenden erhalten eine Anstecknadel mit dem ZEBRA-Symbol.
Das Team zieht Bilanz der ersten neun Projektmonate. In dieser Zeit hat ZEBRA eine Zusammenarbeit mit 27 Projekten der regionalen IQ-Integrationsnetzwerke in zehn Bundesländern aufgebaut. Gemeinsam wurden 47 Informationsveranstaltungen durchgeführt, bei denen kostenlose Qualifizierungsangebote in den Bereichen Pädagogik und Soziales, Bauwesen, Verwaltung und Wirtschaft, Gesundheitswesen sowie erneuerbare Energien vorgestellt wurden. Darüber hinaus wurden Bildungsformate für Präsenz- und Onlineveranstaltungen zum Einstieg in den Arbeitsmarkt und zu Engpassberufen in Deutschland entwickelt.

Wichtig ist, dass die Informationsveranstaltungen die Teilnehmenden tatsächlich dazu motivieren, die Angebote des Förderprogramms IQ zu nutzen. So fand im Januar im Zentrum PHOENIX Köln e. V. eine gemeinsame Veranstaltung mit der Handwerkskammer zu Köln statt, bei der eine Qualifizierung im Bereich Umwelthandwerk vorgestellt wurde. Von den 15 Personen, die anschließend die Qualifizierung aufnahmen, konnten 13 durch die ZEBRA-Veranstaltung für die Teilnahme gewonnen werden.
Um die eigenen Veranstaltungen möglichst wirkungsvoll zu gestalten, setzt ZEBRA auch auf den fachlichen Austausch und gemeinsame Aktivitäten innerhalb des Förderprogramms IQ. Im Frühjahr nahm das Projekt an einem Roundtable in Düsseldorf teil. Einige Monate später bot ein weiterer, von der IQ-Koordination NRW-Ost organisierter Roundtable in Bielefeld die Gelegenheit zum gemeinsamen Austausch. Im Mittelpunkt beider Treffen standen der fachliche Erfahrungsaustausch, die Vernetzung innerhalb des IQ-Netzwerks und die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Organisationen. Beide Veranstaltungen boten wertvolle Möglichkeiten, Erfahrungen zu teilen, neue Kontakte zu knüpfen und gemeinsame Perspektiven für die weitere Zusammenarbeit zu entwickeln.
In den ersten neun Monaten ist es ZEBRA gelungen, eine Zusammenarbeit mit zahlreichen Qualifizierungsprojekten in ganz Deutschland aufzubauen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass Migrant*innenorganisationen die Verbindung zwischen bestehenden Qualifizierungsmöglichkeiten und den Menschen, die diese Angebote benötigen, weiter stärken können. Besonders dann, wenn aus einer Informationsveranstaltung nicht nur neue Erkenntnisse, sondern ein konkreter Einstieg in eine berufliche Qualifizierung entsteht.
Das Projekt "Zukunft ermöglichen durch bildungsadäquate Beschäftigung und Anerkennung gestaltet von Migrantischen Selbstorganisationen (MSO)" (ZEBRA) wird im Rahmen des Förderprogramms IQ – Integration durch Qualifizierung durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge administriert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Bundesagentur für Arbeit.