Arbeit, Teilhabe, Erinnerung: September in den BVRE-Mitgliedsorganisationen
Im September ging es in den BVRE-Mitgliedsorganisationen um Themen, die das Leben in Deutschland unmittelbar prägen: Arbeit und berufliche Orientierung, gesellschaftliche Teilhabe, Erinnerungskultur sowie die Unterstützung von Kindern und Familien. Die Vereine organisierten Begegnungen und Bildungsangebote, begleiteten junge Menschen bei der Berufswahl, beteiligten sich an gesellschaftlichen Debatten, unterstützten humanitäre Initiativen und schufen Räume für Austausch und Begegnung.

Club Dialog e.V. veranstaltete in Berlin das Treffen „Arbeiten im sozialen Bereich in Deutschland – was muss man wissen und können?“. Mehr als 80 Menschen nahmen vor Ort und online teil. Der soziale Bereich umfasst weit mehr als Berufe wie Erzieher*in, Sozialpädagog*in oder Psycholog*in. Gebraucht werden auch Fachkräfte für Verwaltung, Finanzen, Management und Projektkoordination.
Organisiert wurde die Veranstaltung von den Projekten „Fahrplan Anerkennung beruflicher Abschlüsse Plus II“ (FAbA+ II), das im Rahmen des Förderprogramms „IQ – Integration durch Qualifizierung“ arbeitet, und „Frauenpower in Berlin-Mitte“. Die Berater*innen von FAbA+ II erklärten, wie ausländische Abschlüsse im sozialen Bereich anerkannt werden können, welchen deutschen Berufen sie entsprechen können, was dafür erforderlich ist und wie das Verfahren abläuft.
Einblicke in die Praxis gaben Vertreter*innen der beiden Arbeitgeber MILINA gUG und ALBATROS gGmbH. Sie berichteten, welche Fachkräfte sie suchen und worauf es ihnen bei Neueinstellungen ankommt.
Das Kinder- und Elternzentrum „Kolibri“ e.V. organisierte für Jugendliche einen Besuch des „Aktionstags Ausbildung 2026“ in Dresden. Mit dabei waren Teilnehmende des Projekts „Berufsorientierung für Jugendliche mit Migrationshintergrund“ – junge Menschen, die gerade vor der Frage stehen, wie es nach der Schule weitergeht.
Auf der Messe lernten die Jugendlichen Unternehmen aus der Region kennen und informierten sich über verschiedene Berufe, berufliche Ausbildung, Schülerpraktika und Ferienjobs. Im direkten Gespräch mit Unternehmensvertreter*innen konnten sie Fragen stellen und besser herausfinden, welcher Weg nach der Schule zu ihnen passen könnte.
Wissensturm e. V. veranstaltete in Berlin zwei Veranstaltungen im Rahmen der Kultur- und Erinnerungstage 2026. Sie stehen in diesem Jahr unter dem Motto „Demokratie braucht Erinnerungskultur“.
Bei „Erinnern. Begegnen. Erzählen.“ ging es um die Geschichte und Gegenwart von Menschen, deren Familien aus der Sowjetunion nach Deutschland kamen. Menschen verschiedener Generationen kamen miteinander ins Gespräch und beschäftigten sich mit Herkunft, Familiengeschichte, persönlichen Erinnerungen und dem Gefühl von Zugehörigkeit. Im Mittelpunkt standen kurze Videoporträts junger Menschen, die von ihrem Leben, ihrer Herkunft, ihrer Familie und ihrer Identität erzählen.

Die zweite Veranstaltung „Mitdenken. Mitentscheiden. Mitgestalten.“, die in Kooperation mit Inside Out e.V. stattfand, machte politische Beteiligung praktisch erlebbar. In einem interaktiven Planspiel übernahmen die Teilnehmenden unterschiedliche Rollen, vertraten Interessen, diskutierten, verhandelten und trafen gemeinsam Entscheidungen. So wurde anschaulich, wie demokratische Prozesse funktionieren: Unterschiedliche Interessen treffen aufeinander, es wird diskutiert und verhandelt, und Entscheidungen werden gemeinsam getroffen.
Die Veranstaltungen wurden durch das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin sowie die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung – Ansprechperson des Landes Berlin für Deutsche aus Russland, Spätaussiedler*innen und Vertriebene gefördert.
Am 11. September 2026 nahm das russische Justizministerium Quarteera e.V. in die Liste der sogenannten „unerwünschten Organisationen“ auf.
Quarteera e.V. betonte in einer Stellungnahme, dass diese Einstufung nichts an ihrem rechtlichen Status in Deutschland ändert. Der Verein setzt seine Arbeit auf Grundlage des deutschen Rechts fort, unterstützt die LSBTIQ-Community und andere vulnerable Gruppen und engagiert sich weiterhin in der Menschenrechts-, Kultur- und Bildungsarbeit.
AVP e.V. führte gemeinsam mit United Help Ukraine eine der größten humanitären Schulmöbelaktionen des Projekts UkraineHilfe Düsseldorf durch. Während der Sommerferien wurden 12.600 Schulmöbel aus 35 Düsseldorfer Grundschulen in die Ukraine gebracht.
Die Möbel werden nun in Schulen in Tschernihiw, Kyjiw, Sumy, Dnipro, Czernowitz und Kropywnyzkyj weitergenutzt. Sie kommen nicht nur in Klassenräumen, sondern auch in schulischen Schutzräumen zum Einsatz, damit Kinder während eines Luftalarms weiterlernen können.
Unterstützt wurde die Aktion von der Stadt Düsseldorf und dem Amt für Schule und Bildung. Das Team von UkraineHilfe Düsseldorf organisierte den Transport und die Weitergabe der Möbel. Zum Abschluss fand vor dem Düsseldorfer Rathaus die Solidaritätsaktion „Jeder leere Stuhl erzählt eine Geschichte“ statt.

Das Kultur- und Bildungszentrum Fantasy e.V. aus Wuppertal war beim Ukraine Tag in Köln dabei. Das Benefizfestival ukrainischer Kultur fand bereits zum fünften Mal statt. Es macht ukrainische Kunst sichtbar und schafft Raum für den kulturellen Austausch zwischen der Ukraine und Deutschland. Headlinerin des Abends war die Eurovision-Siegerin Jamala.
Auch junge Künstler*innen von Fantasy e.V. standen auf der Bühne: Die Tänzer*innen von LelyaDance präsentierten mehrere Choreografien, die Sänger*innen des Studios ProVoice sangen Stücke in ukrainischer Sprache.
Das Günter-Feldmann-Zentrum e.V. aus Frankfurt am Main organisierte eine Kulturfahrt nach Aschaffenburg. Die Gruppe besuchte im Christian Schad Museum die Ausstellung „A European Collection. Meisterwerke aus dem Khanenko Museum in Kyjiw“. Gezeigt werden mehr als 70 Meisterwerke der westeuropäischen Kunst aus dem 15. bis 19. Jahrhundert.
Auf dem Programm stand außerdem ein Besuch des Museums Jüdischer Geschichte und Kultur der Stadt Aschaffenburg. Seine Dauerausstellung erzählt von der Geschichte der jüdischen Gemeinde der Stadt seit dem 13. Jahrhundert, ihrer Bedeutung für Aschaffenburg und der Verfolgung während des Nationalsozialismus.
Die Fahrt brachte Menschen unterschiedlichen Alters zusammen, war aber besonders für ältere Teilnehmende ein wertvolles Angebot. Den größten Teil der Kosten übernahm das Zentrum, sodass der Teilnahmebeitrag lediglich symbolisch war.

Interkulturelle Wochen
Jedes Jahr im September finden in ganz Deutschland die Interkulturellen Wochen statt – mit zahlreichen Veranstaltungen rund um kulturelle Vielfalt, Teilhabe und Dialog. Auch Organisationen von Migrant*innen beteiligen sich aktiv daran.
RODNIK e.V. nahm an der Eröffnung der Interkulturellen Woche in Fulda teil. Gleich bei der Eröffnung erhielt der Verein die offizielle Zusage für die Förderung eines neuen Projekts im Rahmen des städtischen Förderprogramms für Integrationsprojekte.
Gefördert wird das Projekt „RODNIK-Jugend zeigt Fulda: Kreative Perspektiven auf Zusammenleben und Vielfalt“. Durch Kreativität, Austausch und gemeinsame Aktivitäten erhalten junge Menschen die Möglichkeit, ihren eigenen Blick auf das Leben in Fulda und die kulturelle Vielfalt der Stadt sichtbar zu machen.
Ausländerrat Dresden e.V. beteiligte sich an der Eröffnung der 36. Interkulturellen Tage in Dresden, die in diesem Jahr unter dem Motto „Viele Sprachen. Ein Zuhause.“ stehen. Bei einer Podiumsdiskussion sprachen Geschäftsführerin Olga Sperling, Bürgermeister Jan Donhauser und der Integrationsbeauftragte des Sächsischen Landtags Martin Modschiedler über Integration und die gesellschaftliche Teilhabe von Migrant*innen in Dresden und Sachsen.
Dabei ging es auch um die Finanzierung sozialer und integrativer Arbeit. Der Bürgermeister erklärte, dass bei bereits laufenden Projekten der Kinder- und Jugendhilfe keine Kürzungen geplant seien. Vertreter*innen der Zivilgesellschaft sorgen sich dennoch um die insgesamt sinkenden Mittel im sozialen und integrativen Bereich, um die Möglichkeiten, neue Projekte auf den Weg zu bringen, und vor allem um die Folgen für die Menschen, die auf diese Unterstützung angewiesen sind.

Das Integration-Kulturzentrum e. V. im Kreis Mettmann beteiligte sich am städtischen Kinderfest zum Weltkindertag. Das jährlich stattfindende Kinderfest bringt in Mettmann Organisationen zusammen, die mit Kindern, Jugendlichen und Familien arbeiten.
Das Team des Zentrums gestaltete kreative und spielerische Angebote, bei denen Kinder basteln, spielen und Neues ausprobieren konnten. Das Fest brachte Familien unterschiedlicher Herkunft zusammen und zeigte einmal mehr, wie leicht Begegnung und Austausch entstehen können, wenn Kinder und Erwachsene gemeinsam etwas erleben.
Fotos: Club Dialog e.V., Kinder- und Elternzentrum „Kolibri“ e.V., Wissensturm e. V., Quarteera e.V., AVP e.V., Kultur- und Bildungszentrum Fantasy e.V., Günter-Feldmann-Zentrum e.V., RODNIK e.V., Ausländerrat Dresden e.V., Integration-Kulturzentrum e. V. im Kreis Mettmann.