Blog von Irina Preuß: Ausländerbeiräte müssen bekannter werden
Mein Name ist Irina Preuß, ich lebe und arbeite in Dresden und nehme in diesem Jahr am Projekt „Kommunal aktiv“ des BVRE e.V. teil. Im Rahmen des Projekts entwickeln wir eigene kommunale Initiativen und setzen sie in die Praxis um. Meine Idee ist es, mehr Menschen mit Migrationsgeschichte auf die Arbeit der Ausländerbeiräte aufmerksam zu machen.
Ich fahre nach Wiesbaden. Dort findet ein Treffen statt, das vom Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat (BZI) organisiert wird. Der BZI ist der bundesweite Zusammenschluss der Landesorganisationen kommunaler Integrations-, Migrations- und Ausländerbeiräte.
Falls Sie mit dem Begriff noch nie zu tun hatten, hier eine kurze Erklärung: Ausländerbeiräte sind kommunale Gremien, die die Interessen von Menschen mit Migrationsgeschichte vertreten. Sie können Themen aufgreifen, die Migrant*innen beschäftigen, sich an Diskussionen über kommunale Entscheidungen beteiligen, Vorschläge einbringen und dafür sorgen, dass die Stimmen dieser Bevölkerungsgruppe stärker gehört werden.
Ich selbst bin seit mehreren Jahren Mitglied des Integrations- und Ausländerbeirats Dresden. Ich wünsche mir, dass mehr Menschen von unserer Arbeit erfahren, sich an uns wenden, Fragen stellen und wissen, wie der Beirat ihnen helfen kann. Genau darum geht es bei meiner Initiative im Rahmen des Projekts „Kommunal aktiv“.
Bei dem Treffen in Wiesbaden sprachen wir darüber, wie Ausländerbeiräte Menschen auf dem Weg zur Einbürgerung unterstützen können, und diskutierten über zukünftige Projekte des BZI. Für mich persönlich waren vor allem die Begegnungen und Gespräche mit Menschen wichtig, die sich in Ausländerbeiräten anderer Städte und Bundesländer engagieren. Ich stellte meinen Kolleg*innen meine Idee vor und fragte sie, wie sie ihre Öffentlichkeitsarbeit gestalten.
Wir tauschten uns darüber aus, welche Möglichkeiten es in den verschiedenen Kommunen gibt, den Ausländerbeiräten Fragen zu stellen oder ihnen Rückmeldungen zu geben. Dabei stellte sich heraus, dass es solche Kontaktformulare längst nicht überall gibt. Und selbst dort, wo sie vorhanden sind, sind sie auf den kommunalen Websites nicht immer leicht zu finden. Natürlich braucht es für die Einrichtung eines solchen Kontaktformulars auch die entsprechenden technischen Kenntnisse bei den Verantwortlichen für die kommunale Website, damit alle Datenschutzvorgaben eingehalten werden.
Am Ende bin ich aus Wiesbaden nicht nur mit neuem Wissen und neuen Kontakten zurückgekehrt, sondern auch mit einer ganzen Liste von Gedanken und Ideen, die ich nun weiterentwickeln möchte.