Debattentraining in Dresden: Drei Tage Argumente und Praxis
Mehr als 30 Personen nahmen am Debattentraining in Dresden teil. Es brachte junge Menschen mit Migrationsgeschichte aus verschiedenen Bundesländern zusammen. Das Training wurde vom Bundesverband russischsprachiger Eltern e. V. (BVRE) gemeinsam mit Reforum Space Berlin, den Russischsprachigen Demokratinnen und Demokraten Sachsens (RDD) sowie FRAME im Rahmen des Projekts „Kooperationsverbund für Vielfalt und Zusammenhalt: Chancengerechtigkeit in der pluralen Gesellschaft“ des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ organisiert.
Das Programm war gut durchgetaktet und umfasste mehrere Bausteine: Trainings zu öffentlichem Sprechen, Storytelling und Argumentation, einen thematischen Fachvortrag, viel praktische Arbeit sowie eine öffentliche Debatte zwischen aktiven deutschen Politiker*innen.
Anastasia Sudzilovskaya, stellvertretende Geschäftsführerin des BVRE, betont: „Angesichts der zunehmenden Radikalisierung öffentlicher Diskussionen ist es besonders wichtig, miteinander im Gespräch zu bleiben, die eigene Position argumentativ darzulegen und konstruktiv zu verteidigen. Debatten sind genau das Format, in dem sich diese Kompetenzen entwickeln lassen.“
Geleitet wurde das Debattentraining von Maxim Ivantsov. Die Organisation FRAME, die er vertritt, führt Veranstaltungen für Pädagog*innen, Aktivist*innen und Journalist*innen aus aller Welt durch. Maxim verbindet die Auseinandersetzung mit komplexen Themen mit praktischen Übungen und interaktiven Formaten, die das Publikum einbinden. Die inhaltlichen Impulse setzte der Historiker und Politologe Dmitri Stratievski, der zentrale sozial- und gesellschaftspolitische Fragen des Jahres 2026 in Deutschland vorstellte.
An der öffentlichen Debatte nahmen Anastasia Vishnevskaya-Mann (Sprecherin für Außenpolitik des Berliner Landesverbands der FDP) sowie Maxim Andreev (Vorstandsmitglied des Dresdner Kreisverbands von Bündnis 90/Die Grünen) teil. Moderiert wurde die Debatte von Olga Galkina, ehemaliger Abgeordneter des St. Petersburger Parlaments und Koordinatorin von Reforum Space Berlin.
Olga Galkina betonte: „Wir haben zwei Formate verbunden: Einerseits ein Debattentraining. Andererseits haben wir gezeigt, wie man auf lokaler Ebene eine Debatte zu einem zentralen Thema – dem Sozialstaat – führen kann. Und wir haben unser Ziel erreicht: Die Teilnehmenden gingen interessiert und mit dem Wunsch nach weiterer Auseinandersetzung nach Hause.“
Den Höhepunkt bildeten die Teamdebatten. Die Gruppen verteidigten ihre Positionen und nutzten dabei alle erworbenen Kompetenzen: eine klare Argumentationsstruktur, den souveränen Umgang mit Fakten, schnelle Reaktionen auf Gegenargumente und die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit des Publikums zu halten. Bewertet wurden die Debatten von den Teilnehmenden selbst – Verlierer*innen gab es am Ende keine.
Ekaterina Belyankina, Organisatorin der RDD-Veranstaltungen in Sachsen, erklärte: „Für uns als Russischsprachige Demokratinnen und Demokraten Sachsens war es wichtig, unsere Organisation auch Menschen aus anderen Regionen vorzustellen. Zu zeigen, dass wir Teil der deutschen Zivilgesellschaft sind und uns aktiv in gesellschaftliche Debatten einbringen.“
In ihren Rückmeldungen hoben viele Teilnehmende hervor, dass nicht der Wettbewerb im Vordergrund stand, sondern Zusammenarbeit, Ideenaustausch und die gemeinsame Suche nach Lösungen – ebenso wie neue Kontakte und drei intensive Tage voller Diskussionen.
Das Format stieß sowohl beim Publikum als auch bei zivilgesellschaftlichen Organisationen auf großes Interesse. Der BVRE plant, ähnliche Debattentrainings auch in anderen Regionen anzubieten.