Februar in den BVRE-Organisationen: Solidarität und neue Projekte

Olga Groznaya · 

Die Mitgliedsorganisationen des BVRE e.V. waren auch im Februar in vielen Städten Deutschlands aktiv. Es fanden Gedenk- und Solidaritätsaktionen statt, neue Projekte für Kinder und Jugendliche starteten, und zahlreiche kulturelle Begegnungen sowie öffentliche Veranstaltungen wurden organisiert.

Demokrati-JA e.V. veranstaltete am Vorabend des Jahrestags der russischen Vollinvasion in die Ukraine eine Solidaritätsaktion „Fight for Light“ am Brandenburger Tor. Trotz schlechten Wetters versammelten sich zahlreiche Menschen. Die Organisator*innen betonten: „Was ist schon leichter Regen bei +8 °C im Vergleich zu fehlender Heizung bei zwanzig Grad Frost, ohne Strom und Wasser, ohne elementare Bedingungen zum Überleben? Genau in einer solchen Situation befanden sich vor Kurzem – und viele befinden sich immer noch – Millionen ukrainischer Zivilist*innen infolge der anhaltenden russischen Angriffe.“ Auf der Bühne sprachen Olga Galkina (Reforum Space Berlin), Andrey Beltyugov (Quarteera e.V.), der Bundestagsabgeordnete Moritz Heuberger (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Kateryna Iliashenko (NGO „Kharkiv Nazavzhdy“). Im Programm standen eine Theaterperformance sowie ukrainische Lieder.

Im Günter-Feldmann-Zentrum in Frankfurt am Main wurde das Projekt „Gesellschaft fördern – Zukunft gestalten (GFZ)“ erfolgreich abgeschlossen. Es wurde im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! – „Partnerschaft für Demokratie Frankfurt am Main“ – umgesetzt. Das Projekt brachte Menschen unterschiedlicher Generationen mit und ohne Migrationserfahrung zusammen. In einer warmen und offenen Atmosphäre diskutierten die Teilnehmenden wichtige für die Stadt Themen, teilten persönliche Geschichten, Meinungen und Ideen, arbeiteten in Gruppen und suchten gemeinsam nach Lösungen. Der lebendige Dialog und der gegenseitige Respekt bildeten die Grundlage der Begegnungen und ermöglichten es allen, sich gehört zu fühlen. Ziel war es, das gegenseitige Verständnis zu stärken und die aktive Mitgestaltung des städtischen Lebens zu fördern. Die stellvertretende Oberbürgermeisterin von Frankfurt am Main, Nargess Eskandari-Grünberg, dankte den Organisatorinnen und Organisatoren sowie den Teilnehmenden für ihre Offenheit im Dialog und betonte die Bedeutung ihres Beitrags zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und des Vertrauens in der Stadt.

Der Verein Wissensturm e.V. setzt das Projekt „Split Screen“ um, indem junge Menschen, die als Spätaussiedler*innen nach Deutschland gekommen sind, von sich und ihren Erfahrungen erzählen. Im Rahmen des Projekts fanden Medienworkshops statt, bei denen die Teilnehmenden lernten, Videos zu drehen, mit persönlichen Geschichten zu arbeiten und Material zu schneiden. Entstanden ist eine Reihe von Kurzvideos über das Leben russlanddeutscher Jugendlicher in Berlin, die auf dem Instagram-Kanal der Organisation zu sehen sind. Die Geschichten sind sehr persönlich und offen — sie erzählen von eigenen Wegen, der Suche nach sich selbst und vom Leben zwischen verschiedenen kulturellen Kontexten. Das Projekt wird von der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung gefördert und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten sowie den Berliner Landesverband der Vertriebenen e.V.

Russischsprachige Demokrat*innen in Sachsen organisierten Veranstaltungen zum Gedenken an Alexei Nawalny. In Leipzig wurde der Dokumentarfilm „Возраст несогласия. 2024“ von Andrey Loshak gezeigt. In Dresden fand eine Gedenkaktion aн Memorial mit Blumen und angezündeten Kerzen statt.

RODNIK e.V. in Fulda hat einen neuen Vorstand. Zu den bisherigen Vorstandsmitgliedern Iuliia Ieromenko, Anastasiia Nikulina und Nataliia Kotova sind nun Aljona Kutsyj und Nikita Nekhoroshyi hinzugekommen.

Besonders bemerkenswert ist, dass Nikita erst vor Kurzem 19 Jahre alt geworden ist. Er kam vor vier Jahren aus der Ukraine nach Fulda. Derzeit absolviert er eine Ausbildung und engagiert sich aktiv in der Arbeit des Vereins. Als Vorstandsmitglied von RODNIK e.V. wird er künftig insbesondere den Jugendbereich von RODNIK e.V. weiterentwickeln.

Als Geschäftsführerin von RODNIK e.V. wird Larissa Timpel ihre Tätigkeit weiterhin ehrenamtlich fortsetzen.

Das Integrations- und Bildungszentrum Planeta e.V. hat den Podcast „Педсовет“ (Pedsowet) gestartet. Vor der Kamera sprechen Lehrkräfte und die Leitung des Zentrums über Themen, die für russischsprachige Eltern in Deutschland relevant sind. Die erste Folge trägt den Titel „Hausaufgaben. Wozu?“. Die Leiterin des Zentrums, Olga Myadzel, vertritt dabei eine verbreitete Elternposition: „Die deutsche Schule bringt den Kindern schon alles bei.“ Die Lehrkräfte teilen ihre Perspektiven und geben Tipps, wie Kinder zu Hausaufgaben motiviert werden können. Der Podcast richtet sich nicht nur an Familien, deren Kinder die Schulen des Zentrums Planeta besuchen, sondern an alle Eltern.

In Dresden war im World Trade Center Dresden einen Monat lang eine Ausstellung mit Arbeiten von Jugendlichen aus dem Zentrum Kolibri e.V. unter dem Titel „Ich zeige dir — mit Respekt“ zu sehen. Die Jugendlichen setzten sich kreativ mit dem Thema Respekt auseinander und damit, wie er sich im Alltag zeigt. Die Werke entstanden in unterschiedlichen Stilen und Techniken, teilweise wurden auch recycelte Materialien verwendet. In ihren Arbeiten erzählten die Autor*innen persönliche Geschichten, griffen gesellschaftliche Themen auf und sprachen darüber, was ihnen Kraft und Inspiration gibt. Das Projekt wurde gemeinsam mit djo – Deutsche Jugend in Europa umgesetzt und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert.

Im Kultur- und Integrationszentrum PHOENIX e.V. läuft das Projekt für Kinder und Jugendliche „ZUKUNFT – Neustart Miteinander. Zusammen wachsen, verbunden bleiben“, das sich an Kinder und Jugendliche aus der Ukraine richtet. Im Rahmen des Projekts werden begleitende Kurse in Mathematik, Englisch und Deutsch sowie kreative und fördernde Aktivitäten angeboten. Die Teilnahme ist kostenlos. Das Projekt wird mit Unterstützung von „wir helfen“ – der Kampagne des „Kölner Stadt-Anzeiger“ für Kinder und Jugendliche durchgeführt.

Eine Gruppe der Organisation Erfolg e.V. aus Köln besuchte ein Alevitisches Kulturzentrum. Das Treffen fand in Form eines gemeinsamen Frühstücks statt: Die Teilnehmenden lernten die traditionelle Küche kennen, kamen miteinander ins Gespräch und erfuhren mehr über die Arbeit des Zentrums. Die Alevit*innen sind eine religiös-kulturelle Gemeinschaft, die historisch eng mit der Türkei verbunden ist. In Deutschland gibt es zahlreiche Alevitische Kulturzentren, die Bildungs-, Kultur- und Gemeindearbeit leisten und häufig Teil der Alevitischen Gemeinde Deutschland e.V. sind. Zur Gruppe von Erfolg e.V. gehörten Senior*innen, die aus verschiedenen Ländern der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland gekommen sind. Für sie bot das Treffen eine Gelegenheit, andere Communitys der Stadt kennenzulernen, gemeinsame Themen zu besprechen und neue Kontakte zu knüpfen.

In Göttingen wurde der Frühling begrüßt und eine Strohfigur des Winters verbrannt. Zur traditionellen Masleniza hatte die Organisation Dialog – Respekt – Gemeinwohl Göttingen e.V. die Bewohner*innen der Stadt eingeladen. Das Fest gehört zu den jährlichen Veranstaltungen des Zentrums: Mit Liedern und Tanzeinlagen traten sowohl Kinder als auch Erwachsene auf. Die Gäste wurden mit Blini bewirtet, kamen miteinander ins Gespräch und lernten sich kennen. Das Fest brachte verschiedene Generationen zusammen und bot eine weitere Gelegenheit, Zeit miteinander zu verbringen.

Фото: Demokrati-JA e.V., Planeta e.V., Wissensturm e.V., Günter-Feldmann-Zentrum e.V., RDD e.V., DRG Göttingen e.V., Kolibri e.V., RODNIK e.V., Erfolg e.V., Kultur- und Integrationszentrum PHOENIX e.V. (Köln)