März in BVRE-Mitgliedsorganisationen: Hilfe, Dialog und städtische Projekte

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Im März war in den BVRE-Mitgliedsorganisationen thematisch und in den Formaten viel los. In Hanau ging es um Antirassismus, in Dresden um Diskriminierungssprache und kulturelle Vielfalt, in Frankfurt am Main startete ein neues Projekt, und in Fulda fand ein kulinarischer Workshop statt. Über diese und weitere Ereignisse berichten wir in unserem Digest.

KreAktiv e.V. in Hanau beteiligte sich aktiv an den Internationalen Wochen gegen Rassismus. Der Verein lud Gäste dazu ein, seine Arbeit im Format einer kreativen Werkstatt kennenzulernen. Vorgestellt wurden ein Schachclub sowie kreative Workshops für Kinder und Erwachsene. Außerdem fand die Präsentation des Buches „Meine kasachische Hochzeit“ von Artem Kouida statt. Das Buch erzählt mit Humor und Wärme von der Begegnung unterschiedlicher Kulturen und Traditionen.

Ein wichtiges Ereignis der Woche gegen Rassismus war ein runder Tisch mit dem Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky und dem Aktivisten und Antirassismus-Kämpfer John Kannamkulam. Die Teilnehmenden blickten nicht nur auf die Woche zurück, sondern sprachen auch darüber, wie sich in Hanau eine Atmosphäre des Respekts und der gegenseitigen Aufmerksamkeit stärken lässt.

AVP – Akzeptanz, Vertrauen, Perspektive e.V. schickte gemeinsam mit den amerikanischen Partner*innen von United Help Ukraine im Rahmen des gemeinsamen Projekts Ukraine-Hilfe Düsseldorf im März einen weiteren 20-Tonner mit humanitärer Hilfe nach Kyjiw. In die Ukraine wurden Computertechnik, Starlinks, Feuerlöscher, Schulmöbel und weitere dringend benötigte Hilfsgüter geliefert.

Außerdem kam Anfang März die Präsidentin und CEO der amerikanischen NGO United Help Ukraine, Maryna Baidjuk, nach Deutschland. Im Rahmen des Projekts Ukraine-Hilfe Düsseldorf standen innerhalb von zehn Tagen Gespräche im Landtag Nordrhein-Westfalen, bei NRW.Global Business sowie die strategische Planung der weiteren Zusammenarbeit mit AVP e.V. auf dem Programm.

Goluboy Wagon e.V. in Frankfurt am Main veranstaltete einen Tag der offenen Tür, der den Auftakt des Projekts Offene Stimmen – Sichtbares Miteinander bildete. Das Projekt wird mit Unterstützung des Amtes für multikulturelle Angelegenheiten Frankfurt am Main umgesetzt. Ziel ist es, die Vernetzung lokaler Organisationen zu stärken, ihre Arbeit sichtbarer zu machen und Vielfaltspolitik in der Region zu fördern.

Der Tag der offenen Tür war die erste Veranstaltung des Projekts. Die Gäste konnten die Arbeit des Vereins und seine Vorhaben kennenlernen. Zwei weitere Veranstaltungen sind bereits geplant: Im Juni findet die „Lebendige Bibliothek: Migration erzählen“ mit persönlichen Migrationsgeschichten statt, im November eine offene Diskussion mit der Stadt zum Thema queere Migration.

Russischsprachige Demokratinnen und Demokraten in Sachsen veranstalteten gemeinsam mit Quarteera e.V. in Dresden eine Reihe offener Treffen zu Diskriminierungssprache, Antisemitismus und Antifeminismus. Die Teilnehmenden diskutierten darüber, wie sich diskriminierende Aussagen im Alltag erkennen lassen und wie man darauf reagieren kann. Außerdem ging es um die Erfahrungen der israelischen LGBTQ+-Bewegung und um Praktiken des Community-Buildings.

Alle Workshops waren interaktiv und auf die Entwicklung praktischer Fähigkeiten ausgerichtet. Die Veranstaltungen wurden mit Unterstützung der Amadeu Antonio Stiftung und der Bundeszentrale für politische Bildung durchgeführt.

Quarteera e.V. veranstaltete in Berlin das feministische Benefizfestival Rosa Mimosa 2026, das Themen wie Freiheit, Sichtbarkeit und gegenseitige Unterstützung zusammenbrachte. Im Laufe des Abends hörten die Teilnehmenden persönliche Geschichten von FLINTA-Personen, schrieben Briefe an politische Gefangene in Belarus und Russland und nahmen am Kulturprogramm teil. Das Festival wurde zu einem Raum der Solidarität in einer Zeit zunehmenden Drucks auf Rechte und Freiheiten.

Kolibri e.V. in Dresden lud zu einem Fest ein, das den Internationalen Tag der Muttersprache und das Zuckerfest miteinander verband – ein Fest, das nach dem Ende des Ramadan gefeiert wird. Im Deutschen wird es oft Zuckerfest genannt, weil dieser Tag traditionell mit vielen Süßigkeiten und besonderen Speisen verbunden ist. Die Gäste erfuhren mehr über die persische Festkultur und nahmen an einem Quiz zur Muttersprache teil.

Die Kinder und Jugendlichen des Zentrums trugen Gedichte vor, spielten Musikstücke und tanzten. Zum Programm gehörten außerdem kreative Workshops und ein Buffet. Das Fest zeigte, wie vielfältig die Villa der Kulturen tatsächlich ist.

Das Günter-Feldmann-Zentrum in Frankfurt am Main versammelte Vertreter*innen verschiedener Generationen zu dem Vortrag „Die Töchter Skrjabins“. Hinter der Geschichte der Familie des russischen Komponisten vom Anfang des 20. Jahrhunderts steht ein ganzes Drama der Epoche. Die Schicksale seiner Kinder verliefen auf ungewöhnliche und tragische Weise.

Eine seiner Töchter, Ariadna, nahm das Judentum an, schloss sich im Zweiten Weltkrieg der französischen Résistance an, wurde gefasst und erschossen. Der Vortrag von Wladislaw Zabolotny zeigte, wie sich in der Geschichte einer einzigen Familie die großen Erschütterungen des 20. Jahrhunderts spiegeln.

RODNIK e.V. in Fulda veranstaltete einen kulinarischen Workshop. Die Teilnehmerinnen backten gemeinsam duftende hausgemachte Brötchen, lernten Rezepte kennen, sprachen über verschiedene Teigvarianten und probierten interessante Kombinationen aus Mehl und Zutaten aus.

In der Küche entstand eine sehr gemütliche Atmosphäre: Es wurden Gedichte vorgetragen, viel gelacht und gemeinsam kreativ gearbeitet. RODNIK e.V. möchte solche Workshops fortsetzen und künftig Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte zusammen an den Tisch bringen.