Von politischer Bildung bis zum Sommerfest: Juni in den BVRE-Mitgliedsorganisationen

Olga Groznaya · 

Im Juni arbeiteten die BVRE-Mitgliedsorganisationen zu sehr unterschiedlichen Themen – politische Bildung, Unterstützung der Ukraine, Menschenrechte, Fördermöglichkeiten, kulturelle Teilhabe und Familienformate. Es war ein Monat der Begegnungen, des Dialogs, der Solidarität und der praktischen Arbeit vor Ort.

Club Dialog e.V. startete das Projekt Casadeutsch – eine Plattform politischer Bildung auf Russisch für Menschen mit Migrationsgeschichte in Deutschland. Im Mittelpunkt des Projekts steht der Telegram-Kanal https://t.me/casadeutsch, der sich aktuellen Ereignissen der deutschen Politik und des gesellschaftlichen Lebens widmet. Ziel ist es, dem Publikum zu helfen, politische Prozesse in Deutschland besser zu verstehen, sich im Informationsraum zu orientieren und bewusst am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Im Rahmen des Projekts sind außerdem Online-Diskussionen mit Expert*innen, Offline-Treffen in verschiedenen Regionen Deutschlands sowie Veranstaltungen zur Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen Organisationen im Bereich politischer Bildung und Medien geplant. Mitautoren des Projekts sind die bekannten Journalisten Dmitry Vachedin und Dmitry Kartsev. Das Projekt wird von Club Dialog e.V. mit finanzieller Unterstützung der bpb umgesetzt.

Das junge Team von Wissensturm e.V. nahm im Rahmen des Tags der offenen Tür der Bundesregierung 2026 in Berlin an der Kinder- und Jugend-Pressekonferenz teil. Die Teilnehmenden konnten einen Blick hinter die Kulissen des politischen Berlins werfen und ihre Fragen direkt an Vertreter*innen der Politik stellen. Ein besonderer Höhepunkt war die Fragerunde mit Regierungssprecher Stefan Kornelius: Auch ein Teilnehmer von Wissensturm e.V. kam zu Wort und stellte eine Frage zu sozialen Medien und ihrer Bedeutung für die junge Generation.

Der Besuch der Kinder- und Jugendpressekonferenz fand im Rahmen des Projektes „Jugendverbandsarbeit“ des djo-Regenbogen Berlin statt, das durch die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie gefördert wird.

Das Zentrum Kolibri e.V. aus Dresden nahm an einem Gespräch der Regionalgruppe Leipzig des PEN Deutschland mit dem Sächsischen Kultusminister Konrad Clemens teil. Geschäftsführerin Kristina Daniels stellte Kolibri e.V. / Villa der Kulturen als möglichen Kooperationspartner für zukünftige Projekte im Bereich kultureller Bildung und demokratischer Bildung vor.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Frage, wie Schriftsteller*innen, Bildungseinrichtungen und zivilgesellschaftliche Akteur*innen künftig noch stärker zusammenarbeiten können, um junge Menschen für Demokratie, Meinungsfreiheit und kreatives Schreiben zu begeistern. Besonderes Augenmerk galt der geplanten Initiative „Tag des freien Wortes“, die im kommenden Frühjahr an sächsischen Gymnasien stattfinden soll.

Freies Russland NRW e.V. organisierte in Düsseldorf eine Filmvorführung und Diskussion zum Dokumentarfilm „Die Gefangenen. Teil 2: Das System des Terrors“ des Medienprojekts Activatica — über ukrainische Zivilpersonen, die von Russland verschleppt wurden. Zur Begrüßung sprachen Daria Korniichuk von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Yuri Nikitin von Freies Russland NRW e.V., Ulrike Neuhaus im Namen von Mona Neubaur, der stellvertretenden Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, sowie Dr. Ulf Mainzer, Kreisvorsitzender der FDP Düsseldorf.

Die Redner*innen betonten die Notwendigkeit, russische Verbrechen in der Ukraine umfassend aufzuklären, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und die Ukraine weiterhin zu unterstützen. Nach dem Film fand ein Gespräch mit der Projektinitiatorin Jewgenija Tschirikowa, dem Rechtsanwalt und Menschenrechtsverteidiger Nikolai Polozov, dem ehemaligen zivilen Gefangenen und Aktivisten aus Cherson Oleksandr Tarasov sowie mit Angehörigen der Verschleppten statt.

AVP – Akzeptanz, Vertrauen, Perspektive e.V. bereitete gemeinsam mit dem amerikanischen Partner United Help Ukraine im Rahmen des Projekts Ukraine-Hilfe Düsseldorf 500 Geschenkpakete für Kinder mit besonderen Bedürfnissen aus Vorschuleinrichtungen und inklusiven Zentren der Stadt Czernowitz vor. Die Aktion fand in Düsseldorf auf Initiative der Landeshauptstadt statt. An den Packarbeiten beteiligte sich auch Mona Neubaur — Stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen und Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW.

Bei ihrem Besuch erhielt sie außerdem Einblicke in die Vorbereitung humanitärer und medizinischer Hilfslieferungen für das Bildungsamt, sechs Krankenhäuser, zwei Kinderheime sowie ein Unterstützungszentrum für ältere Menschen mit Behinderungen in der Region Czernowitz.

Quarteera e.V. gestaltete den Juni als Pride Month — mit der Teilnahme am CSD Dresden und CSD München sowie der Organisation des bereits siebten Marzahn Pride. Am 20. Juni gingen rund 1000 Menschen in Marzahn auf die Straße, um gemeinsam Pride zu feiern. Das Motto 2026 lautete: „Sichtbarkeit ist Widerstand“.

Am 6. Juni lief Quarteera Sachsen gemeinsam mit RDD Dresden durch die Straßen Dresdens, und am 27. Juni nahm Quarteera Bayern trotz extremer Hitze mit einem Pride-Wagen am CSD München teil.

Deutsche Perspektive e.V. führte in Düsseldorf einen Workshop zu Fördermöglichkeiten in NRW durch. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts „Starthilfe PLUS. Professionalisierung ukrainischer und PostOst-Organisationen und Initiativen“ statt. Gemeinsam mit der Referentin Eva Zinkar vom Elternnetzwerk NRW beschäftigten sich die Teilnehmenden damit, wie man Fördermittel findet, Anträge vorbereitet, sich in Förderprogrammen orientiert und typische Fehler bei der Antragstellung vermeidet.

Der Workshop vermittelte den Teilnehmenden praktisches Wissen und Tipps für die Entwicklung eigener zivilgesellschaftlicher Projekte.

Erfolg Köln e.V. empfing Wasilissa e.V. aus Gütersloh. Die Teilnehmerinnen des FrauenTreffs lernten Köln kennen, tauschten sich mit Kolleg*innen aus und erfuhren, wie Integrationsprozesse in der Stadt verlaufen und welche Unterstützungsformen für Menschen mit Migrationsgeschichte in der Praxis funktionieren.

Für den BVRE e.V. ist es besonders wichtig, dass die Mitgliedsorganisationen nicht nur in ihren eigenen Städten arbeiten, sondern einander kennenlernen, Erfahrungen austauschen und lebendige Verbindungen innerhalb des Netzwerks aufbauen. Solche Treffen helfen den Organisationen, die Arbeitspraxis der anderen besser zu verstehen und neue Ideen für gemeinsame Arbeit zu entwickeln.

Der Verein Dialog – Respekt – Gemeinwohl Göttingen e.V. veranstaltete in Göttingen das traditionelle Straßenfest. Trotz Hitze kamen viele Gäste zum Fest. Das Festival fand im Rahmen des Programms „Kumasta. Kultur macht Stark“ statt und brachte Kinder, Eltern und Bewohner*innen des Stadtteils rund um Sport, Tanz, Musik und Begegnung zusammen.

Auf dem Programm standen eine sportliche Aufwärmrunde für alle Altersgruppen, ein gymnastischer Auftritt, ein Tanzteil, eine Kinderdisco, ein Salsa-Workshop für Erwachsene und gemeinsame sportliche Spiele. Solche Stadtteilfeste schaffen lebendige Räume für Begegnung, Beteiligung und gutes nachbarschaftliches Miteinander.

Brücken e.V. veranstaltete in Erlangen das traditionelle Sommerfest, das trotz Hitze viele Gäste zusammenbrachte. Auf dem Programm standen musikalische Beiträge der Gitarrengruppe und des Tanzstudios, kreative und interaktive Stationen für Kinder und Erwachsene, eine Tombola sowie die Premiere des Theaterstücks „Mary Poppins“ des Kinder- und Jugendtheaters BrüKi unter der Leitung von Svetlana Vilemsoo. Das Interesse an der Aufführung war so groß, dass im Saal kein einziger Platz frei blieb.

Ein besonderer Moment des Festes war die Ehrung von fünf Ehrenamtlichen, die die Arbeit der Organisation seit 20 Jahren unterstützen, sowie der Vorstandsvorsitzenden Irina Denisova für ihre zehnjährige Leitung des Vereins. Die Veranstaltung besuchte auch der Bildungsbürgermeister der Stadt Erlangen, Christian Lehrmann, der die wichtige Arbeit von Brücken e.V. in den Bereichen Bildung, Kultur, Freizeit und Beratung würdigte.

Das Zentrum Planeta e.V. in Hanau veranstaltete die Abschlussfeier 2026. Für Kinder, Eltern und Pädagog*innen war es ein berührender Tag mit Lächeln, Applaus und vielen Emotionen. Die Absolvent*innen des Zentrums verabschiedeten sich von einer wichtigen Etappe und bereiten sich auf ihren neuen Schulweg vor. Planeta e.V. ist stolz auf jedes Kind und wünscht seinen Absolvent*innen einen hellen und erfolgreichen Weg.

Im Juni fand im Zentrum außerdem die Informations- und Diskussionsveranstaltung „Frauen stärken – Zukunft gestalten“ für Frauen mit Migrationsgeschichte statt. Die Teilnehmerinnen sprachen über berufliche Möglichkeiten in Deutschland, persönliche Ressourcen, eigene Stärken und gesellschaftliche Teilhabe. Das Treffen wurde zu einem Raum für Austausch, Fragen und gegenseitige Unterstützung.

Fotos: Club Dialog e.V., Wissensturm e.V., Kolibri e.V. / Villa der Kulturen, Freies Russland NRW e.V., AVP – Akzeptanz, Vertrauen, Perspektive e.V., Quarteera e.V., Deutsche Perspektive e.V., Erfolg Köln e.V., Dialog – Respekt – Gemeinwohl Göttingen e.V., Brücken e.V., Planeta e.V.