Gesundheit

Familie und Suchtprävention

Zeitraum: 2017-2019

Kultursensible Informations- und Präventionsangebote für russischsprachige Eltern und Familienangehörige zur Erweiterung der Angebote der Suchtprävention und der Verkürzung des Zugangs in das deutsche Suchthilfesystem.

Projektzielgruppen

  • Russischsprachige Eltern und Angehörige von Kindern und Jugendlichen im Alter von 13 bis 22 Jahren. Die Eltern oder Familienangehörigen haben einen Informationsbedarf zum Thema Abhängigkeitsformen. Sie sind daran interessiert, neue präventive Kompetenzen in der Erziehung Ihrer Kinder und Jugendlichen zu entwickeln oder wollen Ihre Kinder und Jugendlichen mit einem bereits problematischen Konsum besser verstehen und erreichen und so den Einstieg in die Sucht verhindern.
  • russischsprachige Eltern und Familienangehörige mit akuter Abhängigkeitsproblematik bei Ihren Kindern und Jugendlichen. Das Thema ist durch eigene familiäre Betroffenheit bereits akut und eine Abhängigkeitsproblematik des Kindes oder des Jugendlichen im Alter von 13 – 22 Jahren liegt bereits vor. Die Familienangehörigen benötigen dringend Informationen und Hilfen sowie Möglichkeiten des Zugangs zum Hilfesystem.
  • Russischsprachige Migrantenorganisationen, die über Vorkenntnisse im Bereich Familienbildung und Gesundheitsbildung verfügen und für die Durchführung der lokalen Informationsveranstaltungen in zentralen Schulungen qualifiziert werden.
  • Mitarbeiter des deutschen Suchthilfesystems aus dem Bereich „Angehörigenhilfe“, die den Zugang zu der Gruppe russischsprachiger Eltern anstreben.

Ausgangslage

Die langjährigen Erfahrungen zeigen, dass russischsprachige Mitbürger viel seltener oder erst viel später die Angebote der Suchthilfe in Anspruch nehmen als Einheimische. Klassische Präventions- oder Hilfsangebote werden von den Betroffenen und Ihren Angehörigen aufgrund von Ängsten, fehlenden Informationen und hohen Zugangsbarrieren kaum oder gar nicht angenommen.

Die Sucht ist sowohl für die Betroffenen als auch für die ganze Familie hoch belastend, schambesetzt und tabuisiert. Sie wird in russischsprachigen Familien als individuelles und moralisches Versagen verstanden und nicht als behandlungs- bedürftige Krankheit. Die Suchterkrankung überfordert die Familien, sie finden keine Unterstützung, verheimlichen die Suchterkrankung und zeigen oft Verhaltensweisen, die sogar suchtstabilisierend wirken. Oft geraten die Angehörigen in destruktive Lebenssituationen und benötigen selber Hilfe, wissen aber nicht, wo sie diese finden können.

Projektablauf

Zentral:

  • Qualifizierung von Multiplikatoren und Multiplikatorinnen aus russischsprachigen Migrantenorganisationen zum Thema Sucht und Ihre Prävention;
  • Förderung des Erfahrungsaustausches zwischen den Teilnehmenden aus verschiedenen Kommunen

Dezentral - Lokale Arbeit:

  • Informationsveranstaltungen für russischsprachige Eltern und für andere Angehörige in verschiedenen Städten Deutschlands;
  • Förderung der Kooperationen zwischen russischsprachigen Migrantenorganisationen und der lokalen Suchthilfe.

Projektziele

  • Erweiterung des Wissens der russischsprachigen Eltern und der Angehörigen über Konsum von Drogen und Abhängigkeit;
  • Stärkung der elterlichen Kompetenzen im Umgang mit Suchtthemen, riskantem Konsum und Abhängigkeit;
  • Verbesserung der Kommunikation zwischen den Eltern und ihren Kindern und Jugendlichen im Themenbereich;
  • Verbesserung der Bekanntheit professioneller Suchthilfeangebote in der Region und Abbau von Berührungsängsten bei Eltern und Familienangehörigen;
  • Stärkung der Kooperation zwischen lokalen Angeboten von Migrantenorganisationen und klassischen Hilfsangeboten.

Broschüre über Suchtprävention in russischsprachigen Familien erschienen

Nach dem erfolgreichen Projektabschluss zum Thema „Familie und Suchtprävention. Kultursensible Informations- und Präventionsangebote für russischsprachige Eltern und Familienangehörige zur Erweiterung der Angebote der Suchtprävention und der Verkürzung des Zugangs in das deutsche Suchthilfesystem“ haben wir wichtigste Projektergebnisse und Texte für Multiplikator*innen in einer Handreichung zusammengefasst.

Broschüre herunterladen.

Ekaterina Swarzewitsch

Koordinatorin Suchtprävention Bundesverband russischsprachiger Eltern e.V. (BVRE)

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Michail Dubrovskij

Bildungsreferent Suchtprävention Bundesverband russischsprachiger Eltern e.V. (BVRE)

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